RALF's BASSHORN

QUAD-ESL 57


Die ESL 57 waren die ersten serienmäßig produzierten elektrostatischen Lautsprecher für Hi-Fi Wiedergabe. Sie kamen 1958 auf den Markt.

Ihr Konstrukteur, Peter Walker, experimentierte bereits in den 30er Jahren mit elektrostatischen Lautsprechern, weil er von den Möglichkeiten eines „Kondensator-Lautsprechers“ fasziniert war. Der Grundsätzliche Vorteil dieser Technik leuchtet sofort ein, wenn man sie mit der Technik der normalen Kolbenlautsprecher vergleicht:

 

Um einen Ton zu erzeugen, muss man die Luft in Schwingungen versetzen. Das geschieht am effektivsten mit einer schwingenden Fläche, der Lautsprechermembran. Je größer, desto kräftiger der Ton.

Beim Kolbenlautsprecher wird die Membran an eine Kupferspule geklebt, die in einem Magnetspalt beweglich aufgehängt ist. Fließt Strom im Rhythmus der Musik durch die Spule, bewegt sie sich im Magnetfeld entsprechend hin und her, und treibt die Membran zum Schwingen an. Man nutzt hier also die elektromagnetische Kraft. Die Membran wird nur von einer Stelle angetrieben und muss entsprechend stabil sein, damit sie keine Partialschwingungen erzeugt. Damit das funktioniert, kann die Masse von Spule und Membran nicht beliebig verkleinert werden, was bei höher werdenden Frequenzen wegen der Trägheit von Masse zu hörbaren Beeinträchtigungen der feinfühligen Wiedergabe führt.

 

Elektrostatische Lautsprecher nutzen die elektrostatische Kraft zur Schallwiedergabe. Sie ist deutlich geringer als die elektromagnetische Kraft und entsteht zwischen 2 Kondensatorplatten, wenn man an diese eine Spannung anlegt.

Bildet man nun eine der beiden Platte als dünne Folie aus und die andere als luftdurchlässiges Gitter, kann die Folie im Rhythmus einer sich ändernden Gleichspannung schwingen.

Vorteil gegenüber der Kombination von Membran und Spule ist die Tatsache, dass die elektrostatische Kraft auf der ganzen Fläche wirkt. Die Folie wird also gleichmäßig ganzflächig angetrieben. Unerwünschte Partialschwingungen treten nicht auf. Somit kann die Folie wirklich sehr dünn ausfallen und ist in Folge dessen mit sehr wenig Masse behaftet.  Ein großer Vorteil bei hohen Wiedergabefrequenzen.

 

Die elektrostatische Kraft nimmt im Quadrat der Entfernung beider Platten ab. Das bedeutet, dass beide Platten (Gitter und Folie) eng beieinander platziert sein müssen, was zur Folge hat, dass nur geringe Schwingungsamplituden möglich sind.

Für ein geschlossenes Gehäuse ist die elektrostatische Kraft nicht groß genug, deshalb werden Elektrostatische Lautsprecher als beidseitig offene Dipolstrahler ausgeführt.  Hierbei setzt natürlich die Wirkung des akustischen Kurzschlusses unterhalb einer bestimmten Frequenz ein. Um diese möglichst außerhalb der menschlichen Stimme zu halten, muss man mit verhältnismäßig großen Flächen arbeiten. Im Bassbereich kann man der Wirkung des akustischen Kurzschlusses mit vertretbaren Flächengrößen allerdings nicht mehr entkommen.

 

Um richtig zu funktionieren, benötigen elektrostatische Lautsprecher eine Gleich-Vorspannung von mehreren 1000 V.

 

Soweit mein kurzer Ausflug in die Theorie der Lautsprecherwiedergabe.

 


ESL mit Basshorn
ESL mit Basshorn

Meine QUAD Anlage habe ich 1980 vom damaligen Importeur, Fa. Wegner KG in Hamburg, erworben.

Seit dem ist meine Hörpraxis immer wieder geprägt durch die Freude an der musikalischen Darstellung meiner Lautsprecheranlage.

Das war auch schon ohne Basshorn so. 

Im Zusammenspiel meiner beiden ESL 57 mit der Quad Endstufe 303 wird das problematische Impedanzverhalten der Elektrostaten (von 33 Ohm bei 100 Hz bis 0,3 Ohm bei 18 kHz) in einen linearen Ausgangspegel zwischen 100 Hz und 15 kHz verwandelt. ESL 57 und Quad 303 sind also das ultimative Dreamteam.

 

Für den Tieftonbereich gibt es Wandler mit kräftigerer Wiedergabe, 

weshalb in meiner Anlage jetzt der Bereich unter 90 Hz ja vom Basshorn übernommen wird.

Auf diese Weise werden die Elektrostaten von der Tieftonwiedergabe entlastet, die sie prinzipbedingt, ( geringer Membranhub, akustischer Kurzschluss, s.o.), nicht gut leisten können. So sind sie in der Lage, deutlich höhere Schallpegel zu produzieren, als mit Basswiedergabe.

 

Flächenstrahler wie die Elektrostaten können bei richtiger Platzierung zueinander und zum Hörer und bei phasenrichtiger Ansteuerung ein derart räumliches Klangbild erzeugen, dass man sich mit geschlossenen Augen bei einigen Aufnahmen tatsächlich dem Interpreten körperlich gegenüber stehend wahrnimmt.

Leider wird aber auch der Klangbrei einer ganzen Reihe von Toningenieuren schonungslos entlarvt !!

Auch die Gegebenheiten des Aufnahmeraumes selbst bringen die ESL 57 dem Hörer nahe: Es ist problemlos möglich, ein bestimmtes Tonstudio an Hand einer Aufnahme zu identifizieren, sofern man die Akustik des Tonstudios kennt. Und eine ganze Reihe von Aufnahmen offenbaren auch die im Studio verwendeten Abhörmonitore.


Auf dem europäischen Kontinent ist man als audiophiler QUAD Fan in allen technischen Belangen bei der Fa. QUAD Musikwiedergabe in Gering in der Eifel hervorragend aufgehoben (liegt zugegebener Maßen ein bisschen Abseits).

Manfred Stein und seine Profis kennen alle technischen Geheimnisse der Lautsprecher und der Elektronik.

Es wird dort nicht nur professionell instand gesetzt, es werden auch die Elektrostatischen Wandler neu produziert.

 

Und im September kann man dort beim QUAD-Fest mit Gleichgesinnten Fachgespräche auf jedem gewünschten Begeisterungslevel führen

und... natürlich Musik hören!

 

 

Link zur QUAD-Homepage auf meiner "Link" Seite.